03.09.2017 Vizemeisterschaft und Qualifikation für die DVM

Nach einem nervenaufreibenden Wochenende war der Jubel groß: Unser U20-Team mit Gregor Siegert, Alexander und Friederike Tampe, Johannes Münk, Fabian Czappa und Alexander Röth wurde 2. bei der Mitteldeutschen Vereinsmeisterschaft und ist somit erneut für die DVM qualifiziert, die von 26.-30. Dez. in Düsseldorf stattfindet.

Dabei war dies vor Ort viel spannender als nach der gestrigen Zwischenmeldung von Andrea klingt...



Doch nun der Reihe nach:

Ausgerichtet wurde die MDVM vom Thüringischen Verband, aber in Hessen, nämlich in der Jugendherberge Oberbernhards in der Rhön. Unsere U20 hattte nach Verzicht der Biebertaler Schachfreunde, die 3 Altersklassen gewonnen hatten und sich entschieden, U16 und U14 zu spielen, den offiziellen hessischen Startplatz. Da kein saarländischer Landesmeister antrat und nur einer der beiden Freiplätze beantragt wurde, spielten 4 Teams in der U20.

Oberbernhards ist ein Minidorf aus 5 Bauerhöfen und Jugendherberge, das wir trotzdem mit Zug und Bus erreichen konnten. Da wir in Fulda auf Markus Hahn + eines seiner Kasseler Teams trafen, stellten wir über die Hälfte der Businsassen und der Busfahrer ließ uns in relativer Nähe der JH raus.

Zu Beginn der 1. Runde am Freitagabend hatten wir keine Ahnung, wie die Gegner einzuschätzen sind. Vielleicht war das gut so... Nicht ganz glücklich waren wir mit einem schnellen Remis von Fabian in einer Partie, die noch in jeder Richtung offen war. Als Nächstes endete Alexander Tampes Partie remis. Sie war remis und da Alex an 2 spielte, vermuteten wir, dass wir damit durchaus zufrieden sein können. Freude bereitete Alexander Röth, der eine schöne Partie spielte und gewann. Stark war, dass auch Gregor an 1 gewinnen konnte. Schließlich steuerte auch Friederike ein Remis bei: Johannes hatte die längste Partie des Abends, konnte aber am Ende das Remis in der Zeitnotphase nicht halten. Sieg gegen den Thüringischen Landesmeister aus Hermsdorf. Parallel dazu besiegte im Rheinland-Pfalz-internen Duell die Mannschaft auf Frankenthal die qualifizierten Gau-Algesheimer mit 4:2.


Da es in der U20 nur 3 Runden gab, ging es samstags erst nach dem Mittagessen weiter. Gregor, Alexander T., Johannes und Timo, der als schachlicher Betreuer mit war, kickten erst mal eine Runde, während Fabian und ich ins 2 km Kleinsassen liefen, um Knabberzeug und stilles Wasser zu kaufen. Beides erwies sich als "nicht beste Ideen". Unsere Fußballer lieferten sich auf dem tau-nassen -Rasen eine Schlammschlacht und hatten "ihren Spaß" mit völlig durchnässten Schuhen. Wir hatten es lustig, aber in Kleinsassen gibt es nur einen Getränkeladen. Wie sich nach 50 Min. warten auf die Öffnungszeit herausstellte, hat der aber eigentlich auch nicht mehr geöffnet. Nichtsdestotrotz konnten wir aus den Restbeständen 2 Flaschen Wasser (leider mit Kohlensäure) kaufen und hatten dann ein Aha-Erlebnis: Schräg gegenüber hielt ein Bäckerauto. Also gab es Nußecke und Schokobrötchen statt Schokokekse, Laugengebäck statt Salzstangen und Mandarinen-Schmand-Kuchen statt Obstwink. Während wir hin auf der kurvenreichen Landstraße ohne Fußweg gelaufen waren, entdeckten wir für den Rückweg einen Wanderweg Richtung Milseburg, der uns fast an die Jugendherberge führte, etwas mehr Steigung inklusive.

Inzwischen waren die TNL ausgehängt. Unser Team war an 4 gesetzt. An den vorderen 4 Brettern waren wir generell schwächer besetzt, teils erheblich. Nun war uns so richtig klar, wie hervorragend der Sieg in der 1. Runde war. Und auch nachmittags gegen Frankenthal  lief es gut an: Alexander Röth hatte am 6. Brett einen deutlich schwächeren Gegner und konnte sein Partie klar gewinnen. Auch Fabian erspielte den nötigen Sieg. Während Alex viel herumlief und kaum Bedenkzeit verbrauchte, hatten die anderen 3 deutlich weniger Zeit als ihre Gegner. Aber alle schafften problemlos die 1. Zeitkontrolle nach 30 Zügen. Friederike spielte ihre Partie lange weiter, obwohl die Niederlage nicht zu verhindern war. Gregor spielte souverän und erreichte ein Remis gegen Arkadi Syrov. Alex Tampe hätte uns allen weiteren Stress ersparen können, wenn er das Matt in 2 gesehen hätte. Aber trotz 40 Minuten Zeit auf der Uhr, während der Gegner deutlich weniger hatte, machte er schnell andere Züge. Die Partie endete remis. Johannes kam erneut in die Zeitnotphase, heute mit erfolgreicher Reklamation nach Anhang III. Leider konnte er das Remis nicht halten. Somit endete der Mannschaftskampf 3:3. Da sich auch die anderen beiden Teams 3:3 getrennt hatten, war für heute alles offen.

Nach Analyse und Vorbereitung gab es noch 2 entspannte Stunden bei Kartenspielen, bevor wir zeitig schlafen gingen, weil der Wecker heute (für Studenten viel zu) früh klingelte. Die Runde war um 8 Uhr angesetzt, Frühstück gab es um 7!

Timo hatte alles genau durchgerechnet: Im Optimalfall (also bei bestimmten Ausgängen der anderen Paarung) würde uns eine 2,5:3,5-Niederlage genügen. Am Anfang schien es garnicht gut zu laufen. Aber Alexander Röth spielte echt gut , verschaffte sich zunehmend Vorteil und holte zeitig den 1. Punkt. In der andern Paarung sah es zunächst aus, dass Hermsdorf gewinnt - die unvorteilhafteste Variiante für uns. Alexander Tampe spielte leider keine gute Partie und verlor schnell. 1:1. Gregor hatte es am 1. Brett mit Björn-Benny Bauer zu tun. Es war eine taktikreiche Partie, an der beide bestimmt Freude hatten, aber irgenwann absehbar, dass Gregor wohl verlieren würde. Hoffen ließ uns, dass Fabians Partie sich zu unseren Gunsten entwickelte. Johannes bot Remis und der Gegner nahm an. Wir haben uns alle mit ihm über den halben Punkt gefreut und auf Fabian gehofft, denn Friederikes Partie ging "den Berg runter". Fabian wickelte in ein Bauernendspiel ab, was Timo stresste, weil dieses Bauernendspiel zunächst total verloren aussah. Es war eine Zeit zwischen Hoffen und Bangen. Doch irgendwie entwickelte es sich kurzzeitig zum Remis und schließlich führten Fehler des Gegners zum Vorteil und Sieg für Fabian.

Parallel zum überraschenden Endspielsieg unseres Fabian hat der Frankenthaler Fabian (Brett 3) durch einen Figureneinsteller seine Partie aus klar gewonnener Stellung verloren.

Am Ende waren also alle 4 Mannschaften bei 3:3 MP. Die Frankenthaler gewannen mit 1/2 BP Vorsprung. Gau-Algesheim fehlte 1/2 BP. Sie wurden daher 4. Mit Hermsdorf waren wir auch in der Zweitwertung punktgleich. Ausschlaggebend war somit der direkte Vergleich, also der Sieg vom 1. Abend! Timo hatte es korrekt vorausgerechnet, aber so richtig wahr wurde es für mich erst, als die Siegerehrung war! Was noch im Januar nicht zu träumen war, ist eingetreten: Wir fahren wieder zur DVM U20!

Etwas Nervenkitzel stand uns noch bevor: Der Shuttlebus zum Bahnhof Fulda, den die Jugendherberge für uns bestellt hatte, kam nicht bei. Ich startete eine heftige Diskussion. Größerer Streit (unser Ticket hatte Zugbindung) blieb der Herbergsmutter erspart, weil ein Trierer Betreuer in der Nähe saß, das Ganze mitgekriegte und spontan anbot, uns mit dem Trierer Mannschaftsbus zu fahren. Herzlichen Dank noch mal an den Kollegen!

 
 
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