Dr. Bullmover

Die Rezension

Die Rezension

Was haben ein psychopathischer N.N.,
Alfons Meinhard, Dr. M, Lobrehd, Müller-
Meier-Schulze, der junge Mann mit
Baseballmütze, der Mannschaftskollege
und der beste Freund Karl-Heinz
gemeinsam? Egal ob Ihre Partien in die Hall-
Of-Fame, Hall-Of-Shame oder Hall-Of-Luck
Eingang gefunden haben, und auch wenn Sie
noch keine Patientenbucheinträge auf
seiner Internetseite vorgenommen haben, Sie
und alle vorgenannten brauchen den
Schachtherapeuten!
Da gibt es in der Welt des schönen Schuchs
nur einen und dieser eine hat jetzt ein Buch
geschrieben: Manfred Herbold – Der
Schachtherapeut ist in diesem Frühjahr im
Selbstverlag erschienen.
Aufgeteilt ist das Werk in drei Teile – ganz
wie Dostojewskij’s grosse Romane kommt
das Werk nicht ohne eine solche
grossflächige Aufteilung aus.

buch_der_schachtherapeut

Der erste Teil führt uns in die Praxis des
Schachtherapeuten ein. Er geht mit
beruhigender Aufklärung und Aussprache vor
und steigert sich in jedem der 20 Kapitel mit
tiefgründiger Schachanalyse bis zur grossen
Schachtherapie. Herbold bleibt jedoch nicht
bei den Partien der schachlich Kranken
stehen, sondern sucht Heilung in seinen
eigenen Partien, die von ihm zu
Therapiezwecken als äußerstes Mittel der
Schachanalyse eingesetzt werden. Jedes
Kapitel wird mit einem oder mehreren Tipps
abgeschlossen. Er erteilt keine Ratschläge,
denn der grosse Psychologe Herbold weiß,
dass auch Ratschläge Schläge sind!

Am besten gefallen hat mir der Tipp auf Seite
23: Der Meister hat Angst die Partie gegen
Sie zu verlieren! Also spielen Sie mutig
drauf los! Das habe ich schon so oft getan,
aber es ist immer nach hinten losgegangen.
Mein letztes Malheur in dieser Richtung
durfte die Schachwelt in Neustadt an der
Weinstrasse bewundern. Ich nehme mir aber
fest vor, das nächste Mal zu fragen: Haben
Sie Angst gegen mich zu verlieren?
Im zweiten Teil verbergen sich zehn
Gastbeiträge unter denen ich auch ein
eigenes Frühwerk finde (S.140). Franz
Jittenmeier’s Figur des Peule (S. 128) und
dessen Grabesrede: „Heinz, Dein letzter Zug
war Scheiße.“ hat mir persönlich am Besten
gefallen. Gerne hätte ich noch gelesen, wie
Hartmut Metz (S.152) das Patt lexikalisch
aufarbeitet, aber sein Lexikon bricht beim
Matt ab. Ich kann mich kaum erinnern, dass
in der Vergangenheit als Hängepartien Gang
Dr. Bullmover’s Schachforum
Seite 30 von 30
und Gäbe waren, eine solche beim Matt
abgebrochen worden wäre. Seine
Ausführungen zu Freud sind zwar äußerst
treffend, aber eine Frage bleibt im Raum
stehen: Wie kann es sein, dass bei manchen
Turnieren Vater und Sohn gleichzeitig bei
einem Turnier mitspielen? Hingegen kann ich
seine Meinung zur Intelligenz nicht teilen.
Dass noch niemand über mangelnde
Intelligenz geklagt hat, liegt vielmehr daran,
dass diejenigen die damit gesegnet sind,
nicht danach fragen müssen und die anderen
gar nicht danach fragen, weil sie nicht
wissen, was das ist. Die meisten
Schachspieler vermuten doch ohnehin, dass
der Intelligenzquotient eine aus vier Ziffern
bestehende Zahl ist.
Im dritten Teil des Werkes bringt Herbold die
Extras unter. Darunter befinden sich denn
auch so wichtige Dinge wie das
Partienverzeichnis, das Literaturverzeichnis
und das Webseitenverzeichnis.
Damit hebt sich Herbold’s Werk
deutlich von anderen Schachbüchern ab, die
versuchen ihre Quellen dem Dunkel der
Vergessenheit anzuvertrauen.
Die Karikaturen von Fränk Stiefel sind
allesamt sehr gut gelungen. Das Layout und
der Hardcovereinband laden zum Lesen ein.
Zusammenfassung: Man muss sagen, dass
dieses Werk die Schachtherapie auf neue
theoretische Fundamente stellt und wir auf
die folgenden Bände Der Schachtherapeut
Reloaded und Der Schachtherapeut
Revolutions gespannt sein dürfen.
Christoph Klamp

02102011 Dr. Bullmovers Tagebuch

Dr. Bullmover's Tagebuch - Eintrag vom 2. Oktober 2011

Mein ECC Tagebuch

Vom 24. September bis 2. Oktober 2011 fuhr ich mit meinem luxemburgischen Verein Differdange (Vizemeister von Luxembourg) nach Rogaska Slatina in Slowenien zum 27. European Club Cup der Herren. Parallel wurde der 16. European Club Cup der Damen ausgetragen. Die folgenden Einträge ins Tagebuch wurden vor und nach den Runden geschrieben und per E-Mail an einen kleinen Verteilerkreis gesendet.

1. Eintrag vom 25.9.2011

Heute spielen wir gegen Zürich und ich gegen Norbert Friedrich! An 2 spielt immerhin der schreckliche Viktor. In Neustadt hat Norbert gegen mich gewonnen. Wofür fahre ich hierher?

2. Eintrag vom 25.9.2011

Ich habe verloren. Differdange hat 5,5 Punkte verloren. Unser Team hat sich an allen Brettern auf die falsche Farbe vorbereitet. Morgen wird gewonnen.

3. Eintrag (26.09.2011)

Nachtrag zur 1. Runde: Der schreckliche Viktor hat Jochen Bruch nach der Partie gemaßregelt. Gegen einen Großmeister ziehe man in der Eröffnung nicht schnell. Das sei respektlos. Darauf wäre die richtige Antwort: "Ich wollte ihren Herzschrittmacher in Gang bringen."

2. Runde: Heute spielen wir gegen eine tschechische Mannschaft. Ich spiele gegen Pavol Sedlacek (2233) mit Weiß! Irrtum ausgeschlossen.…

4. Eintrag (26.09.2011)

Differdange verliert wieder. Wir holen immerhin 2 Punkte. Mein Gegner bringt im 21. Zug eine Neuerung. Darauf hätte ich ein positionelles Qualitätsopfer anbieten können. Ich stand trotzdem leicht besser und am Ende hat er Dauerschach gegeben. Wir werden wohl auch morgen nicht aus dem Patzerstübchen rauskommen. Immerhin hatten wir dort heute hohen Besuch. Boris Gelfand gab sich die Ehre. Er hat den Eloschnitt beim Kiebitzen deutlich gehoben.

Kasimdshanov hat heute schon wieder eine der längsten Partien gespielt. Norbert Friedrich hat heute verloren und der schreckliche Viktor vermutlich auch - hat aber lange gekämpft - hat wohl vergessen, wann man gegen einen GM aufzugeben hat.

5. Eintrag (27.09.2011)

Heute spielen wir gegen eine albanische Mannschaft . Schnitt 1797 ELO. Mein Gegner hat gar keine ELO Zahl.

6. Eintrag

Der 6. Eintrag ins Tagebuch hätte von unserem Sieg handeln müssen. Stattdessen wurde er ausgespart. Sehr löblich, dass ich mich an diesem Abend bescheiden zu Bette gelegt habe.

7. Eintrag (28.09.2011)

Heute spielten wir gegen Echternach. Das ist der luxemburgische Landesmeister. Vor der Partie witzelten wir etwas von fünf remis und Hannes Callem gewinnt gegen Robert Hübner. Dazu ist es nicht gekommen. Ich verlor grauenhaft, Hannes auch. Als ich das sinkende Schiff verließ, stand es 2-2. Unsere letzten beiden Partien (Norbert Stull und Ansgar Barthel) standen schlecht. Ich vermute das Schlimmste. Zum Trost habe ich mir zwei Schachbücher gekauft.

8. Eintrag (29.09.2011)

Letztendlich verlieren wir nur 3,5:2,5, aber es hätte remis ausgehen müssen Ansgar kämpft mit Turm gegen Turm und Läufer - ein bekanntes Remis-Endspiel. Im 154. Zug gibt Ansgar kurz vor dem Matt auf. Im 104. Zug wurde letztmals etwas getauscht. Na, macht es klick? Anstatt aufzugeben hätte er remis reklamieren können. Dann hätten wir ein Unentschieden gehabt. Egal, Schach wird laut Robert Hübner sowieso bald abgeschafft.

9. Eintrag (29.09.2011)

Nachdem wir uns gestern Abend mit Bier und Blitzpartien trösteten, geht es heute gegen Marseille Echecs, eine Mannschaft, die auf Rang 44 startete. Vorne sind sie stark, aber hinten fallen sie etwas ab.

10. Eintrag (29.09.2011)

Fürchterlich auf die Ohren bekommen -sowohl ich selbst als auch die Mannschaft. Zunächst träumte ich noch vom Sieg, dann machte Brett 6 remis und ich sah mich genötigt meine Stellung zu überziehen. Leider habe ich gegen den Franzosen verloren. 0 aus 3 an den ersten Brettern. Ich weiß noch nicht wie Brett vier gespielt hat.

11. Eintrag (30.09.2011)

Das amtliche Endergebnis von gestern lautet: 5,5:0,5. Heute kommt eine irische Mannschaft ans Brett, der Gonzaga Chess Club. Hoffe heute gewinnen zu können.

12.Eintrag (30.09.2011)

Ich kann noch gewinnen!! Nach 2 Nullen in Folge war ich natürlich total frustriert.

Die Mannschaft? Nächste Frage! Na gut: Hannes Callem verliert an Brett eins. Pierre Gengler (4) und Jochen Bruch (2) remisieren. Ansgar Barthel (3) macht auch remis. Leider verliert Norbert Stull (6) seine Partie. Folglich haben wir verloren. Morgen bekommen wir sicher einen noch schwächeren Gegner. Mal sehen, ob wir es dann packen.

13. Eintrag (01.10.2011)

Das Turnier nähert sich dem Ende. Erwartungsgemäß haben wir ein schwaches Team als Gegner: Shqiponja (Kosovo). Nur Brett 1 ist im Besitz einer ELO. Damit steht fuer mich fest, dass ich 12 ELO Punkte verliere. Ich hätte einen ganzen Punkt gegen einen 2200er benötigt um meine Zahl zu halten.

Wie sieht es an der Tabellenspitze aus?
1. St. Petersburg 11
2. Baden Baden 11
3. SOCAR 10
4. Saratov 10
5. SHSM-64 10
6. Mika 10

Was ich noch nicht erwähnt habe: Alle slawischen Spieler tragen billige Trainingsanzüge. Wir kennen sie aus dem Klischee des arbeitslosen Fußballfans, der bei Bier und Chips seine Tage vor dem Fernsehgerät verbringt. Drückt mir die Daumen ab 15 Uhr!

14. Eintrag (01.10.2011)

Der letzte Eintrag ins Tagebuch: Wir haben 3:3 gespielt. Pierre Gengler (4) bringt uns in Führung. Ansgar Barthel (3) und ich (5) verderben gewonnene Endspiele zum Remis. Norbert Stull (6) verliert als einziger. Die anderen Remisen gehen in Ordnung.

Das Turnier war super, aber wir haben sehr schlecht gespielt. Naechstes Jahr ist es in Israel. Unsere Teilnahme haengt vom Abschneiden in der Landesmeisterschaft ab. Um 22 Uhr ist Siegerehrung. Morgen geht es heim.

Nachtrag

Alle Partien findet man in TWIC 882. Ein ausführlichen Bericht mit Partien wird es in der nächsten Ausgabe von Dr. Bullmover’s Schachforum geben. Die neue Ausgabe erscheint wahrscheinlich am 3. Dezember 2011.

Christoph Klamp

09.10.2011 Dr. Bullmovers Tagebuch

Dr. Bullmover's Tagebuch - Eintrag vom 9. Oktober 2011

2. Spieltag der Starkenburger Vereinsmannschaften

Am Sonntag, den 9. Oktober 2011 war ich für meinen Verein SV Griesheim mit der dritten Mannschaft in der Kreisklasse A zugange. Ich gewann meine Partie problemlos. Nach einem Figurenopfer für dreiBauern war mein Gegner trotzdem chancenlos, weil seine Stellung ohnehin positionell schlechter war. Am Ende stellte er einen Turm ein.

Nachmittags schaute ich im Forstmeisterhaus der 1. Mannschaft des Schachforums zu und möchte sagen, dass dies dann doch spannender und auch schachlich gehaltvoller war. Wenngleich das Endergebnis nicht danach aussieht, so muß doch der Chronist festhalten, daß Schachforum überlegen gespielt hat. Dieses Ergebnis meiner Betrachtung ergibt sich aus den gespielten Partien selbst nicht aus deren Ergebnis. Philippe Baldy, Uwe de Reuter, Wolfgang Ebert und Bernd Seehaus haben ihre Gegner allzu überzeugend niedergerungen. Auch Roßdorf konnte in den siegreichen Partien einigermaßen überzeugen, aber der volle Glanz der Gastmannschaft hat mir gefehlt. Freilich hat das Mädchen an Brett 3 das Endspiel gegen Steve Schiffer sehr gut gespielt und mehr als verdient gewonnen. Carsten Held hatte Frank Sawade einen Bauern abgerungen und ihn dann überspielt. Matthias Eck verlor unglücklich, aber – ich muß es sagen – zu Recht. Am Ende schickte er König und Turm in eine Springergabel. Die letzte Partie an diesem Tag war jene von Ralf Rechel, der den halben Punkt zum Mannschaftssieg beisteuerte.

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